Spass am Hürdenlaufen

Der junge Oberwiler Jason Joseph ist der aktuell schnellste Schweizer U20-Hürdenläufer auf der 110-Meter-Strecke. Von der Stiftung Schweizer Sporthilfe ist er für den Nachwuchs-Preis nominiert.

Der 19-jährige Jason Joseph ist Europameister über 110 Meter Hürden, Schweizerrekord-Halter und zweitbester Hürdenläufer der Welt in seiner Alterskategorie. Das grosse Ziel des Oberwilers ist die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokio – und aktuell der Gewinn des Nachwuchs-Preises der Stiftung Schweizer
Sporthilfe.

Jason Joseph, springst Du gerne über Hindernisse?
Wegen der Hürden? (Lacht.) Ehrlich gesagt hat es mir nicht wirklich Spass gemacht, als mich mein Trainer beim LC Therwil zum Hürdenlauftraining schickte. Ich kam mit der ungewohnten Technik nicht zurecht, fühlte mich beim Laufen nicht wohl. Das hat sich aber mittlerweile geändert und ich habe festgestellt, dass über Hürden laufen durchaus Spass macht und ich es geniessen kann.

Was hat sich denn geändert?
Der Auslöser war mein zweiter Platz an der Schweizer Meisterschaft. Da habe ich plötzlich realisiert: Da geht doch was.  Mittlerweile schätze ich gerade die technische Facette der Disziplin, die spezielle Lauf- und Sprungtechnik. Ausserdem muss ich die ganze Zeit voll konzentriert sein, sonst bleibt man schnell an einer Hürde hängen.

Wären auch andere Sportarten infrage gekommen?
Klar, eigentlich wollte ich als Fussballer durchstarten, aber nach zwei Jahren habe ich gemerkt, dass ich lieber als Einzelkämpfer unterwegs bin. Mein Lehrer brachte mich zur Leichtathletik. Auch da habe ich verschiedene Disziplinen ausprobiert, bevor ich eben zum Hürdenlauf «gedrängt» wurde.

Wie oft trainierst Du?
Sieben- bis achtmal in der Woche, zum Teil zweimal am Tag. Die Einheiten dauern zwischen 90 und 150 Minuten. Trainiert wird Ausdauer, Schnelligkeit, Kraft und Technik.

 

Stiftung Schweizer Sporthilfe
Coop ist seit 2016 Partner der Stiftung Schweizer Sporthilfe, die den Nachwuchs- Preis vergibt. Die prestigeträchtige Auszeichnung ist mit 12 000 Franken dotiert, was für viele Jungtalente eine wichtige Starthilfe auf dem Weg zum Erfolg ist. Schon Wendy Holdener und Fabian Cancellara haben von diesem Gewinn profitiert. Auch Sie können jetzt Ihre Stimme online abgeben! Im Internet finden Sie alle Informationen zu den
Nominierten wie Jason Joseph und dem Wahlverfahren. Das Voting läuft bis 27. März 2018.

Wie vereinbarst Du das mit Deinem Stundenplan an der Wirtschaftsmittelschule in Reinach?
Es funktioniert in der Regel recht gut. Nur wenn Hochsaison und Notenabschluss zusammenfallen, ist es ein wenig streng.

Dein Berufsziel ist Profisportler?
Es ist mein Traum, einmal vom Hürdensport leben zu können. Klappt das nicht, würde ich mein Wissen gerne als Personal Trainer weitergeben.

Dein nächstes sportliches Ziel ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio. Was braucht es dafür?
Ich muss schneller werden. Die Limite ist 13,48 Sekunden; meine Bestzeit ist derzeit 13,93. Da muss ich also noch etwas an mir arbeiten.

Weisst Du, in welchem Bereich?
Sicher muss ich an meiner Beweglichkeit arbeiten. Ich bin für einen Hürdenläufer ziemlich hüftsteif. Verbesserungspotenzial besteht auch beim Start. Ich muss schneller aus den Blöcken kommen und beschleunigen. Oft habe ich erst bei der dritten oder vierten Hürde den Top-Speed erreicht.

Du bist für den Nachwuchs-Preis der Stiftung Schweizer Sporthilfe nominiert. Wieso sollen die Leute für Dich stimmen?
Schon die Nomination hat mich riesig gefreut. Es ist schön zu sehen, dass meine Leistung wahrgenommen wird. Der Preis würde einen Motivationsschub geben, noch mehr zu trainieren. Nächstes Jahr könnte ich zudem ein ausserkantonales Praktikum machen und gleichzeitig mit einem Profi trainieren. Das geht aber nur mit finanzieller Unterstützung – das Preisgeld wäre also eine willkommene Hilfe.